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Die späten Jahre
Autor Gambler2000
Hauptpersonen Anne Shirley, Gilbert Blythe, Charlie Sloane
Ort Dorf in der Nähe von McKinney
Basiert auf -

Nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes im Jahre 1944 zieht sich Anne Blythe, die ehemalige Anne Shirley, in ein kleines amerikanisches Dorf in der Nähe von McKinney zurück. Die Industrie ist dort gewachsen, die Politiker sind korrupt und die Nachbarn sind typische Südstaatler. Haben alle mehr Gewehre, als sie tragen können! Ihr Haus ist zwar ziemlich klein, aber trotzdem sehr schön. Sie hat einen wunderschönen Garten, der Höhepunkt ihres ganzen kleinen Anwesens. Einmal in der Woche, besucht sie ihr Sohn James, ihre anderen Kinder haben das Interesse an ihr verloren. In Erinnerungen an ihren toten Sohn Walter und ihre erste Tochter Joyce Blythe wünscht sie sich manchmal einfach nichts anderes als den Tod. Wieso starb ausgerechnet Gilbert? Warum nicht sie? Warum stirbt ihr ihre Familie weg? Wieso? Dann klopfte es an der Tür. Dreimal. "Ich kaufe nichts. Ich habe nichts. Ich will nicht!", schrie die alte Dame. Das Klopfen wurde immer lauter. "Verschwinden Sie von meiner Tür, wer auch immer Sie sein mögen!" Schließlich gab Anne dem Geräusch nach und öffnete, wenn auch wütend, die Tür. Das Gesicht von Charlie Sloane lächelte sie an, er war stark gealtert. Viel dünner geworden war er, der einst mal so schön war. Überall waren jetzt Falten und Flecken in seinem Gesicht. Er trug eine für ihn viel zu große Brille. Seine Haare waren, wenn sie an manchen Stellen noch da waren, grau vermischt mit weiß. Doch das war ihr egal. Es war schön, ein bekanntes Gesicht zu sehen. "Tut mir leid, das mit Gilbert." "Danke. Sein Tod war für uns alle ein Schock." "Entschuldigung, dass ich nicht auf der Beerdigung sein konnte." "Eine Entschuldigung reicht nicht!" "Es tut mir wirklich lei..." "Leid! Dann hättest du mal vor 2 Monaten an dieser verdammten Beerdigung teilnehmen sollen!" "Ich konnte nicht wei..." "Warum konntest du nicht! So gut ich weiß, bist du selbstständiger Händler, da hättest du dir mal eine Stunde, ja nur eine Stunde dir frei nehmen können!", Annes Wut kam jetzt in ihr hoch, die Sache, dass er nicht bei der Beerdigung war, hatte sie vorher gar nicht im Kopf. "Mei..." "Was? Was willst du sagen? Womit willst du dich jetzt entschul..." "Meine eigene Frau ist den Tag davor verstorben!" "Komm rein." "Danke."

Die beiden redeten und redeten und redeten. Alte Zeiten waren das Hauptthema. Zum ersten Mal seit 2 Monaten, dem Tag, bevor Gilbert starb, konnte sie wieder lachen. Es war fast so, als wäre er hier gewesen. Die beiden trafen sich jetzt jeden Donnerstag und dann im Jahre 1949 kam es für Anne völlig unerwartet, sie saßen mal wieder auf der Bank "Ja und dann wurde Jem geboren", da machte ihr Charlie zum 2. Mal einen Antrag, diesmal jedoch lehnte sie nicht ab. Am 1. September 1950 fand die Hochzeit der 2 statt. In New York, dem Ort, an dem Anne schon lange leben wollte. Kurze Zeit später zogen sie dort in eine Wohnung, groß genug für beide. Mit einem Arbeitszimmer für Charlie. Doch dieses nutzte er nicht lange. Schon am 7. Januar 1951 schlief er im Alter von 86 Jahren friedlich ein und erwachte nicht mehr. So litt Anne wieder. 2 Ehemänner waren tot. Noch eine Hochzeit kam für sie gar nicht in Frage. Sie konnte sich ihre Wohnung nicht mehr leisten und sie wurde in ein Altersheim gebracht. Doch im Grunde war schon ihr Haus in Texas wie ein Altersheim gewesen. Wie ein müdes, langweiliges Altersheim.

Am 29. Dezember 1953 starb sie mit 88, schon länger hatte sie Atemprobleme, doch sie sagte es nicht. Sie wollte einfach sterben. Denn der Tod ist der Zeitpunkt, indem sie sich wieder mit Gilbert vereinen würde.

Ihre Beerdigung war völlig leer. Ihre Kinder waren tot und ihre Enkel hatten kein Interesse. Nur ein Priester und ein Sohn von Charlie waren da. Beerdigt wurde sie neben ihrem Sohn James, der 2 Jahre vor ihr starb. Tatsache, 1951 ist das Jahr, in dem ihr letzter Rest Familie starb. 1951 ist das Jahr, in dem sie ihr Glück verlor. Und auch wenn das schlimm klingt, das Ersticken im Altersheim war für sie schöner als das Leben dort.